Was ist Sialorrhoe? Unkontrollierter Speichelfluss durch gestörtes Schlucken – Ursachen, Symptome und soziale AuswirkungenWie entsteht Sialorrhoe? Ursachen wie Parkinson, Schlaganfall, Medikamente, Kieferfehlstellungen und gestörte Schluckfunktion

Definition Sialorrhoe

Was ist eine Sialorrhoe?

Speichel wird von den Speicheldrüsen im Mundraum in kleinen Mengen kontinuierlich und beim Essen vermehrt gebildet. Der Speichel hilft bei der Vorverdauung der aufgenommenen Nahrung und schützt Mundhöhle, Schleimhaut und Zähne vor Krankheitserregern. Bei einem gesunden Menschen beträgt die Speichelproduktion rund 1-1,5 l pro Tag. Charakteristisch für die Sialorrhoe ist, dass der Speichel von den betroffenen Personen nicht mehr richtig geschluckt werden kann. So kommt es zum Ausfluss des Speichels aus dem Mund. Häufig werden die Begriffe Sialorrhoe und Hypersalivation synonym verwendet.

Sialorrhoe bezeichnet einen übermässigen Speichelfluss aus dem Mund, der zu unangenehmem oder in der Öffentlichkeit stigmatisierendem Benässen der Lippen, des Kinns und der Hände führt.

Je nach Schwere empfinden Betroffene diese Störung als äusserst peinlich, da sie ständig ein Lätzchen oder Taschentuch vor den Mund halten müssen, um das sogenannte «Sabbern» zu vermeiden. Dadurch meiden sie oft die Öffentlichkeit und ziehen sich sozial zurück. Angehörige fühlen sich häufig ebenso beschämt und leiden gemeinsam mit ihren betroffenen Verwandten.

Meist verursachen Schädigungen des Gehirns eine Sialorrhoe. Es entsteht eine Fehlsteuerung von Nerven und Muskeln, das Abschlucken von Speichel ist nicht mehr in ausreichendem Mass möglich. Der Speichel staut sich im Mundraum und tropft ohne Kontrolle über die Lippen.